Das Löwenhoroskop von Nemrut Daği

Das Löwenhoroskop von Nemrut Daği

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photo: saipal license ccsa2.0
Die Kult- und Tempelanlage rund um den  künstlichen Bergs Nimrod (Nemrut Daği) liegt in Löwe mit Fische   photo: saipal license ccsa2.0

Das Heiligtum von Nemrut Daği wurde durch König Antiochos I. Theos (69-36 v.Chr.) von Kommagene als sein Grabmal auf dem Berg Nimrod im Taurusgebirge (Osttürkei) errichtet. Es besteht aus einem künstlich aufgeschütteten Tumulus (Geröllhügel) um den herum 3 Terassen zur Nord-, West und Ostseite gruppiert sind. Antiochos I.  war der wichtigste König des anatolischen Reiches Kommagene  und eine der schillerndsten Figuren des späten Hellenismus.

Plan der West- und Ostterrassen des Nemrut Dağı, Türkei von Carl Humann und Otto Puchstein, 1890

Zwar ist von West- und Ostterassen die Rede – allerdings ist die Anordnung so das die “Ostterasse” tatsächlich nach Nordosten und dementspechend die “Westterasse” nach Südosten ausgerichtet ist. Die in Nemrut Daği gefundenen Götterstatuen stellen eine Vereinigung der persischen mit der griechischen Mythologie dar.

Kopf des Sonnengottes Apollon/Mithras am Nemrut Daği  photo: Klearchos Kapoutsis,, ccbysa2.0

Nach den gefundenen Inschriften sind die Vereinigungsgottheiten in Nemrut Dagi: Zeus-Oromasdes (nach dem altpersischen Himmelsgott Ahura Mazda), Apollon-Mithras-Helios-Hermes, Artagnes-Herakles-Ares. Außerdem eine weibliche Gottheit die als Kommagene die Landesgöttin des Königreichs gedeutet wird.

Astrogeographische Position des Berges für die morphogenetische Felderebene 3 die die Atmosphäre und energetischen Themen der gesamten Anlage selbst anzeigt: eine Koordinate des Ortes liegt im mystischen, spirituellen Wasserzeichen Fische, dem Zeichen der Rückverbindung mit der Ebene der Spiritualität und des Göttlichen. Es steht hier für Themen der Mystik und Mystifizierung, der Legenden, Märchen, Traumwelten und Illusionen.  Fische ist allgemein als emotional und auch energetisch besonders typisch und förderlich für die verschiedenen Funktionen von Tempelanlagen anzusehen. Die zahlreichen Beispiele aus der Astrogeographischen Feldforschung zeigen das solche orte sich oft ideal für Tempelanlagen und Orte eignen die gezielt für Mystereinbildung udn  Mysterienkult ausgewählt worden sind. Siehe folgende Beispiele Zeus, Buddha, King Arthur, Abe Lincoln, Queen Victoria Monuments & Mystification in Pisces.

Es liegt im magnetischen, energetisierenden königlichen Feuerzeichen Löwe, dem Zeichen der Sonne, des Lichtes, des Zentralismus und Absolutismus sowie der Könige. Die Resonanz der Tempelanlage mit den astrologischen Themen des Zeichens Löwe an diesem Ort ist überwältigend. Löwe als das Prinzip des Königtums weist darauf hin, dass die Anlage zuallererst der Darstellung des Königtums und der Sicherung des Thronanspruches des Königs diente. Das zeigen unter anderem die drei Dexiosreliefs auf denen König Antiochus jeweils mit Zeus, Herakles und Apollon zu sehen ist – die ihm die Hand geben.

Fische steht im Yoga neben den Füssen auch für das über dem Kopf befindliche sogenannte Scheitelchakra – das die Verbindung mit dem Göttlichen ermöglicht. Ein interessantes Element bei den Figuren der Götter in Nemrut Dagi ist Betonung des Scheitelchakras durch die über den Kopf aufragenden Hüte – die diese Verbindung symbolisieren. Diese Formgebung findet sich auch bei anderen Skulpturen in der Kombination Fische mit Löwe: so beim Emerald Buddha dem thailändischen Zentralheiligtum neben dem Königspalast in Bangkok und beim Golden Temple of Dambulla einer Gruppe buddhistischer Höhlentempel aus dem 1. Jh. v. Chr. in Sri Lanka.

Rekonstruktion der Dexiosisreliefs von Antiochos mit Göltterkönig Zeus sowie mit Herakles auf der Westterrasse am Nemrut Dağı, Türkei, von Carl Humann und Otto Puchstein, 1890

Die Form der  Darstellungen des Königs mit den Göttern dokumentiert nicht nur das der König von den Göttern gesandt ist. Er ist Ihnen gleich gestellt. Dieses Motiv der Geichberechtigung und Emanzipation des Menschen gegenüber den Göttern ist ein wichtiges Motiv im Zeichen Löwe. König Antiochus ließ sich zu diesem Zweck den Beinamen Theos – also Gott geben. Der König ist als Gott auch berechtigt durch Vereinigung verschiedener Götter eine Zentralreligion als Staatskult zu schaffen. Ein Parallele dazu ist die von Echnaton für den Sonnengott Aton erbaute Hauptstadt Amarna die ebenfalls im Löwen liegt.

Das Löwenhoroskop

Das Löwenhoroskop von Nemrut Daği gilt als eine der ältesten erhaltenen Horoskopdarstellungen der Welt. Die im Tierkreis von Dendera dargestellten Konstellationen (auf ca. 52 BC datiert) sind in etwa zeitgleich – evtl. etwas später anzusiedeln.

Das „Löwenhoroskop“ wurde auf der Westterasse entdeckt und ist eine Darstellung des Sternbildes Löwe mit einer Sternenkonstellation, wie sie entweder am 14.7.109 v. Chr. oder am 7.7.62 v. Chr. zu sehen war. Der Grund warum ausgerechnet eine Konstellation im Sternbild Löwe hier dargestellt wurde könnte unter anderem darin liegen, dass man dieses Sternbild bereits damals mit dem Königtum assoziierte.

Abguss des Löwenhoroskops vom Nemrut Dağı, Türkei, durch Carl Humann, Berliner Museen

Die dargestellte Konjunktion von Mars als Herrscher des Zeichens Widder Indikator für Stärke, Mut Kampfbereitschaft und Kriegskunst  mit Merkur dem Herrscher des Zeichens Zwillinge und Indikator für Intelligenz, Lernfähigkeit, technologisches Know-How und Kommunikation sowie Jupiter als Herrscher des Zeichens schütze der Indikator für Wachstum, Expansion und priesterliche Autorität ist astrologisch gesehen als extrem günstiges Vorzeichen für alle Vorhaben und die Zukunft allgemein zu sehen.

Hier die detaillierte Beschreibung des Reliefs mit dem Löwenhoroskop von der Seite der Nemrud Foundation: „Das Löwenhoroskop befindet sich auf einer Steintafel von 1.75 x 2.40 Metern und einer Dicke von 47 Zentimetern. Zunächst sieht man nur einen Löwen, der nach rechts marschiert. Beim genaueren Hinsehen erkennt man, das auf dem Löwen 19 Sterne abgebildet sind. Jeder Stern ist mit acht Strahlen dargestellt. Von einem kleinen Unterschied abgesehen, sind die 19 Sterne so gruppiert, wie Ephemeris von Eratosthenes das Sternbild des Löwen beschrieben hatte. Unter seinem Hals trägt der Löwe eine Sichel, das Symbol für den neuen Mond. Über dieser Sichel leuchtet der Stern Regulus. Regulus wurde schon seit Anbeginn der Menschheit mit dem König in Verbindung gebracht. Regulus erhielt seinen heutigen Namen von Kopernikus, bezogen auf den früheren Namen “Rex”, dem Äquivalent zu “Basileus” von Ptolemeus. Im antiken Akkadia wurde er “Amil-gal-ur”, König der Himmelsphäre, genannt. Die Babylonier nannten ihn nach ihrem Wort für König: “Sharu”. Im antiken Persien bezeichnete man ihn als “Miyan”. Über dem Rücken des Löwen sind drei Sterne mit je 16 Strahlen dargestellt. Diese stellen keine Sterne dar, sondern Planeten. Von links nach rechts sind Mars, Merkur und Jupiter zu sehen. Über ihnen sind ihre griechischen Namen zu lesen.“

Zum Thema der Theorien über das genaue Datum der im Löwenhoroskop dargestellten Konstellationen

es könnte sich beim im Löwenhoroskop dargestellten Ereignis um ein rein symbolisches datum handeln. Trotzdem wurden neben astronomischen Berechnungen auch Spekulationen über mit dem Datum verbundene Ereignisse angestellt. Siehe Wikiartikel.

Die Astronomen Otto Neugebauer und H. B. van Hoesen schlugen 1959 den 7 Juli 62 v. Chr. als mögliches Datum vor. Als wahrscheinlichstes Ereignis für diesen Zeitpunkt könnte ganz einfach das Datum der Einweihung der Kultstätte angenommen werden.

Version 1: mögliches Datum für das Löwenhoroskop von Nemrut Dağı datiert auf den 7 Juli 0062 v. Chr. . Mars und Merkur standen im Löwen – Jupiter im Krebs – der Mond wie auf dem Relief zu sehen östlich der 3 Planeten.

Version 2 wurde 1999 von Maurice Crijns, Leiter der International Nemrud Foundation vorgeschlagen – und zwar als möglichen Krönungstag von Mithridates I., dem Vater Antiochos I.

Version  2: Die Planetenstellungen aus der Darstellung des Löwenhoroskop von Nemrut Dağı lassen sich durch die Konjunktion von Mars-Merkur-Jupiter deren Namen auf dem Relief zu lesen sind auf den 14. Juli 109 BC datieren. Alle 3 Planeten standen zu dem Zeitpunkt im Löwen, was ihn besonders plausibel erscheinen lässt.