Delphi: Astrologie und Astrogeographie des Orakel Tempels

Zur Astrologie des Orakel von Delphi

Zur Astrologie des Orakel von Delphi. Zur Astrologie + Astrogeographie des legendären Orakels am Nabel der antiken Welt.

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Waage und Widder – Das Orakel von Delphi

photo: Leonidtsvetkov license:ccsa2.5
Waage und Widder – Das Orakel von Delphi – photo: Leonidtsvetkov license:ccsa2.5

Das Heiligtum des Orakels von Delphi (auch: Pytho) war einer der wichtigsten Tempel und das wichtigste Orakel in der gesamten griechischen Geschichte. Delphi galt ursprünglich als der Nabel der Welt (Omphalos) wo die Weltenschlange Pythia residierte.

Astrogeographische Position für Felderebene 3: Waage – Widder bei der weiteren Umgebung des Orakels

Die astrogeogeoraphischen Positionen für die Felderebene 3 (Umgebung) sind besonders bedeutend weil sie das weitere Umgebungsfeld beschreiben, in welches die Zone des Orakeltempel für die Felderebene 4 (exakte Position) eingebettet liegt. Somit geben sie Aufschluss in Bezug auf die Überregionale Bedeutung des Orakels für den gesamten griechischen Kulturraum von Sizilien bis Kleinasien.

Beim Standort der näheren Umgebung in die das Orakel von Delphi eingebettet war liegt die astrogeographische Längenkoordinate in den ersten Graden des Tierkreiszeichen Widder (männlich) und Breitenkoordinate im Zeichen Waage (weiblich). Diese beiden Zeichen bilden das erste und damit grundsätzlichste Gegensatzpaar unter den 6 astrologischen Komplementär-Paaren. Diese Resonanz gilt nach meinem Berechnungssystem für die morphogenetische Felderebene 3 (nähere Umgebung), die anzeigt wie der Bereich des Apollon Heiligtums und Amphitheater sowie die nähere Umgebung westlich und nördlich davon eingebettet ist.

In der Systemischen Astrogeographie zeigt Widder den Anfang und dadurch Grenzbereich einzelner morphischer Felder, systemischer Einheiten, Tierkreiszonen, Mikrokosmen bzw. Welten an. Waage dagegen steht für den Mittelpunkt eines morphogenetischen Feldes, und hat dabei oft die Wirkung wie eine Wetterscheide. Die folgende Überlieferung zeigt wie diese beiden Pole in Delphi zusammengeführt wurden:

Als Zeus von den beiden Enden der Welt zwei Adler aufsteigen ließ, trafen diese sich hier in Delphi. Der genaue Ort ihres Zusammentreffens wird im Heiligtum von Delphi durch den Omphalos (Nabel) markiert.

Dieses Bild des Zusammentreffens zweier Projektionslinien zur Vereinigung der beiden Enden der Welt also männlichem und weiblichem Pol würde der astrologischen Konstellation von Waage und Widder sehr gut entsprechenIn diesem Sinne ist bei dem Bedeutungszusammenhang der den Nabel von Delphi zu einem Mittelpunkt “der Welt” macht, von einem Zusammentreffen einer Grenzlinie zwischen angrenzenden Feldern (Widder) mit einer Mittelpunkt-Linie von Feldern (Waage) auszugehen

Hierbei ist ein typisches Waage Motiv die Welt mit Hilfe eines Hinblicks auf eine Sichtachse zu betrachten, einzuteilen und zu vermessen. Wobei hinzukommt, das Waage (angepeilter Westhorizont) ebenso wie Widder (anpeilender Osthorizont) für die Horizontachsen (Aszendent und Deszendent) stehen.

Das Sternzeichen Waage entspricht bei einem Orakel nicht direkt in erster Linie dem Aspekt bzw. dem Vorgang der Hellsichtigkeit. Es könnte aber darauf hindeuten, dass über den puren Orakelspruch hinaus, der oft als sehr schwer zu deuten galt, auch eine Beratungsdienstleistung also evtl. auch eine Erläuterung des Orakelspruchs durch Beratung praktiziert worden sein könnte. Waage als das Prinzip der Spiegelung des Entgegenkommenden kann als besonders günstiger Aspekt für einen Ort der Informationsempfängnis, und insofern für die Offenheit des Fragestellers gegenüber der Botschaft wie auch des Orakels selbst gegenüber den Fragestellern angesehen werdenGleichermaßen könnte die Waage als ein Spiegelorakel betrachtet werden, so als wenn der Fragestellers in einen Diagnosespiegel blicken würde.

Obwohl die Waage als ein weibliches Prinzip gewertet werden muss, ist eine direkte Gleichsetzung mit der ursprünglichen Ortsgottheit von Delphi also Gaia bzw. der Erdmutter nicht gültig. Die Waage entspricht eher dem Motiv und der Qualität von Aphrodite als der weiblichen Göttin der Liebes und Beziehungsbezogenheit.

Das Sternzeichen Waage steht bei einem Orakel nicht in erster Linie für den Aspekt bzw. den Vorgang der Hellsichtigkeit. Es könnte aber zumindest darauf hindeuten, dass über den puren Orakelspruch hinaus, der oft als sehr schwer zu deuten galt, auch eine Beratungsdienstleistung also evtl. auch eine Erläuterung des Orakelspruchs praktiziert worden sein könnte. Waage als das Prinzip der Spiegelung des Entgegenkommenden kann als besonders günstiger Aspekt für einen Ort der Informationsempfängnis, und insofern für die Offenheit des Fragestellers wie auch des Orakels selbst angesehen werden. Gleichermaßen könnte die Waage als ein Spiegelorakel betrachtet werden, so als wenn der Fragestellers in einen Diagnosespiegel blicken würde.

Das Tierkreiszeichen Widder dagegen steht im Hinblick auf die Form des Orakelspruchs dafür, dass die Message eindimensional, also ohne Erklärung abgegeben worden wäre. Außerdem weist der Widder als Prinzip des Kriegshandwerks auf die Bedeutung der Orakelbefragung vor Kriegsbeginn, für die Schwert-, Waffen-, Krieger- und Kriegsplanweihe so wie die religiös/wahrsagerische Legitimierung von Feldzügen hin. Und im Zusammenhang mit der Waage auch auf den Beratungswert der Orakelsprüche für die Taktik der Kriegsführung.

Im Hinblick auf die berauschenden Gase oder andere Drogen die als wichtig für das Orakel vermutet worden sind, ist zu sagen, dass die Konstellation von Widder und Waage keinen grundsätzlicher Hinweis darauf darstellt. Fische wie beim Ort des Mysterientempels von Eleusys und auch Skorpion hätte man zumindest theoretisch dafür besonders favorisieren können.

Apollon der als ein Aspekt des Sonnengottes (Löweentsprechung) angesehen wurde, wäre angesichts des männlichen Aspekt des Ortes, also dem Widder hier besonders in der Form seiner überragenden Stärke zu assoziieren.

Astrogeographische Position für Felderebene 4 (exakte Position): Stier – Wassermann in der direkten Umgebung des Apollon-Tempels

Die astrogeographischen Positionen für die Felderebene 4 erklären die energetischen Qualitäten des Orakeltempels selbst als einen Ort der Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Delphi Karte
Karte von Delphi von P. de La Coste-Messelière : Au Musée de Delphes, Paris 1936

Beim Standort des Apollon-Tempels, der als Sitz des Orakels gilt und des direkt unterhalb davon gelegenen uralten Heiligtums der Erdmuttergöttin Gaia mit dem Omphalos genannten Nabel der Welt lagen die Resonanzkoordinaten für die Felderebene 4 (exakte Position) in der Kombination Stier (Erde) mit Wassermann (Himmel) was unter anderem auch dem Motiv eines Kontaktpunktes zwischen den beiden Urgottheiten Gaia und Uranos gleichkommt.

Im Hinblick auf energetische Aspekte steht die Kombination des Erdzeichens Stier (Erdung, Wurzeln. Gravitation, Nahrungsgrundlage, materiell-irdisches Zentrum) mit dem Luftzeichen Wassermann (Himmel, Paradies, Fliegen, Sterne, Inspiration, Selbstfindung, individuelles Zentrum als Mensch) für einen Ort der Verbindung von Himmel und Erde und energetisch gesehen auch besonders zwischen Erdanziehungs- und Fliehkräften. Für die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Elementen vergleiche meine Studie zum “Liegen oder Fliegen: der schiefe Turm von Pisa.

Omphalos Stone in Delphi
Kopie des Omphalos Steins im Museum von Delphi. ph: Юкатан, GFDL

Der Name Delphi wird von dem Wort δελφός (delphos) für „Gebärmutter“ abgeleitet und zeigt an, das hier zuerst die Erdgöttin Gaia verehrt wurde. Und das kam gemäß einer Legende so: Nachdem die Erdmutter Gaia die Schlange Python erschaffen hatte, ließ diese sich in Delphi nieder und praktizierte dort ihre hellseherischen Tätigkeiten. Später wurde ihr durch Apollon der Kopf abgeschlagen, so das sich ihr Blut über Delphi ergoss und dadurch die Gabe der Hellsichtigkeit auf den Ort übertrug. Ungefähr ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. setzte sich dann die Verehrung des Apollon durch und das Orakel entwickelte sich. Der Apollon-Tempel wurde der Sitz des Orakels.

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